Die folgenden Fragen sind uns im Gespräch mit den Interessenten und anderen Dorfbewohnern besonders häufig begegnet.

Welche Vorteile bringt die Nahwärme?

  • Da die Wärme im Kraftwerk erzeugt und über ein Rohrsystem schon „fertig“ zum Kunden geliefert wird, entfallen die Kosten, die gewöhnlich mit der örtlichen Wärmeerzeugung zusammenhängen, etwa die Errichtung und Wartung des Heizkessels, das Schaffen von Brennstofflagern oder die Schornsteinfegearbeiten. Sämtliche Kosten sind bereits im Preis für die Nahwärme enthalten, hierzu gehören neben den Verbrauchspreisen auch die Kosten für Wartungs- und Überprüfungsarbeiten an der Übergabestation und meistens auch die Kosten für die Erstellung des Anschlusses inkl. der nötigen Technik.
  • In Summe ist die Nahwärmelösung die günstigere Variante, obwohl diese gegenüber der Individualheizung höhere Investitionskosten (bspw. Trasse, Heizhaus) besitzt. Die Brennstoffkosten sind wesentlich günstiger. Im Rahmen der Vollkostenrechnung zeigt sich, dass in der Nahwärmelösung Heizpreissteigerungen wesentlich geringer ins Gewicht fallen.
    Vollkostenvergleich

Wie kommt die Nahwärme ins Haus?

  • Sofern ein Nahwärme-Anschluss für die gewünschte Adresse möglich ist, kann ein Umstieg vom herkömmlichen Heizsystem auf Nahwärme relativ unkompliziert erfolgen. Hierzu sind Erdarbeiten nötig, um den Hausanschluss von der Hauptleitung bis hin zum Gebäude zu verlegen. In der Hauswand werden zudem zwei Kernbohrungen (für Vor- und Rücklauf) vorgenommen, damit die Hausanschlussleitung bis in das Gebäude verlegt und an die Übergabestation angeschlossen werden kann.

Woraus besteht die häusliche Nahwärmestation?

  • Die kompakte und damit platzsparende Hausstation besteht aus einem Wärmetauscher und einem Wärmemengenzähler. Die ankommende Wärme, die über eine Bohrung im Mauerwerk (Vorlauf) aus den Rohrleitungen des Nahwärmelieferanten an die Hausstation übergeben wird, wird hierin an die Bedingungen des Heizkreislaufs anpasst. Der Zähler erfasst dabei genau die Wärmemenge, die in die Anlage fließt. Über die Hausstation wird dann das Wasser aus dem Heizungsrücklauf wieder an das Versorgernetz abgegeben, wofür eine zweite Bohrung im Mauerwerk (Rücklauf) nötig ist.

Kann mit Nahwärme nur die Raumwärme abgedeckt werden?

  • Nein. Bei den meisten Anbietern ist auch die Warmwasserversorgung mittels Nahwärme möglich. Allerdings ist dann in der Regel, genau wie bei einer normalen Kesselanlage, ein Warmwasserboiler nötig.

Wie setzen sich die Kosten für Nahwärme zusammen?

  • Die Berechnung des zu entrichtenden Preises für die gelieferte Wärme setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen. Zum einen aus dem Grundpreis, der sich nach dem Wärmebedarf des Gebäudes richtet und eine fixe Größe bildet. Zum anderen aus dem Arbeitspreis, der sich durch den tatsächlichen Verbrauch ergibt. Manche Anbieter führen auch noch einen Mess-, bzw. Dienstleistungspreis an, um die Kosten für Abrechnung und Messarbeiten abzudecken.

Wie errechnet sich der Grundpreis?

  • Der zuvor vertraglich vereinbarte Wärmebedarf des Gebäudes bildet die Basis für die Berechnung des Grundpreises. Je kW werden 50 Euro veranschlagt und beinhaltet sowohl den Wärmebedarf, als auch den Warmwasserbedarf für das jeweilige Gebäude.
  • Der Mindestbetrag liegt bei 500 € Grundpreis (10 kW Übergabestation), der auch dann entrichtet werden muss, wenn der Heiz- und Warmwasserbedarf unter diesem Wert liegen.

Wie wird der Verbrauch ermittelt und wie erfolgt die Abrechnung?

  • Jede Nahwärme-Übergabestation ist mit einem geeichten Wärmemengenzähler versehen. Zur Verbrauchsermittlung wird der Zähler, der sich meistens im Keller oder Hauswirtschaftsraum des zu beheizenden Gebäudes befindet, einmal im Jahr abgelesen. Aus diesen tatsächlichen Verbräuchen wird dann die Endabrechnung erstellt und die monatlichen Abschlagszahlungen entsprechend angepasst.

Kann man Nahwärme mit anderen Techniken kombinieren?

  • Ja, sofern die erforderlichen technischen Voraussetzungen gegeben sind oder geschaffen werden können. Ob eine Kombination mit anderen Techniken allerdings im Sinne des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes sinnvoll ist, muss im Einzelfall entschieden werden, da Nahwärme unter Umständen als so genannte Ersatzmaßnahme innerhalb des Wärme EEG gilt.

Rolle der Kommune

  • Die Kommune unterstützt bei Planungsleistungen und stellt zeitnahe Betreuung der Planungsprozesse!
  • Die Kommune stellt wichtige Kontakt zu Unternehmern, Behörden und Hessen-Forst her.
  • Die Kommune stellt Erfahrungswerte und lokale Kenntnisse zur Verfügung.
  • Eine Kommunalbürgschaft für den Bau und Betrieb der Nahwärmelösung ermöglicht die kostengünstige Besicherung und Finanzierung des Vorhabens.
  • Ohne die planerische Unterstützung der Kommune ist die Durchführung des Vorhabens in dieser Größenordnung und dieser Schnelligkeit nicht zu leisten!

Rolle der Energie-Genossenschaft

  • Die Energiegenossenschaft wird Betreiber und Eigentümer der Anlage.
  • Die Energiegenossenschaft ist Ideengeber, Mitinitiator und Strukturengeber für Verwaltungstätigkeiten. Mit über 800 Verwaltungsvorgängen im Jahr und einem geprüften Jahresabschluss durch den Genossenschaftsverband e.V. hat die Energiegenossenschaft ihre Eignung als Verbraucherinstitut bewiesen. Sie stellt die Strukturen für eine ordnungsgemäße Buchführung und diverse Abrechnungsvorgänge!
  • Mit dem Eintrittsgeld wird jeder Nahwärme-Teilnehmer Anteilseigner der Genossenschaft.
  • Die Anteile der Genossenschaft verlieren grundsätzlich nicht an Wert! Eigentlich ist das Eintrittsgeld keine Investition im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr eine Geldanlage.
  • Die Genossenschaftsanteile sind dividendenfähig.
  • Der Vorstand der Energiegenossenschaft führt die Geschäfte und setzt die Preise fest.
  • Der Vorstand wird durch den Aufsichtsrat der Energiegenossenschaft bestellt und kontrolliert.
  • Jedes Mitglied der Genossenschaft wird im Rahmen der Generalversammlung mindestens jährlich über die Entwicklung der Genossenschaft informiert.
  • Bei Abstimmungen auf der Generalversammlung hat jedes Mitglied der Genossenschaft eine Stimme – egal wie viele Genossenschaftsanteile er besitzt.
  • Die Energiegenossenschaft wird regelmäßig wie VR Banken von einem genossenschaftlichen Prüfungsverband auf Ordnungsmäßigkeit geprüft.
  • Eine Nachschusspflicht bei einer möglichen Schieflage der Energiegenossenschaft besteht nicht!
  • Das Einstiegsgeld wird in Form von Genossenschaftsanteilen an die Energiegenossenschaft gezahlt. Es dient hier der Eigenkapitalbildung, um das Nahwärmenetzprojekt bauen und betreiben zu können.
  • Das Eintrittsgeld verringert sich mit dem Anteil der Eigenleistung.
  • Als Eigenleistung gilt die zur Verfügungsstellung des Grabens auf eigenem Grundstück und die Oberflächenwiederherstellung. Technische Verlegearbeiten, Kernbohrung, Anschlüsse und Wiederverfüllung mit Sand sind aus Gewährleistungsgründen nicht in Eigenleistung zu erbringen.
  • Im Eintrittsgeld von 5.000 EUR ist der Wärmetauscher enthalten. Sofern nicht bereits vorhanden ist die Nachrüstung eines Pufferspeichers nicht darin enthalten.

Gemeinschafts-lösungen/ Verkauf und Vermittlung v. Altheizungen

  • Es ist geplant, die nicht mehr benötigten Individualheizungen, Öltanks und Zubehör über die eigene Internetseite zu verkaufen. Die Erlöse stehen dem Eigentümer zu.
  • Eine gemeinsame Ausschreibung der Demontage der Individualheizungen hilft Kosten und Zeit zu sparen.
  • Eine gemeinsame Ausschreibung der Heizölverwertung hilft Kosten und Zeit zu sparen. Die Erlöse stehen dem Eigentümer zu.
  • Die Gemeinschaftslösung bündelt, vereinfacht und hilft!
Holz
  • Es ist angedacht, Holz den Großteil von Hessen-Forst, aber auch von Schlotzauern zu beziehen.
  • In Zuliefergesprächen v. 14.1.14 im Bürgermeisteramt hat Hessenforst durch den Forstamtsleiter die Zusicherung gegeben, das gesamte Volumen zuliefern zu können.
  • Die Definition der Zulieferqualität und der Preisgleitklauseln wird nach Detail-Spezifikation der Heizanlage(n) vorgenommen.
  • Aktuell würden frei Wald 21,8-25,50 € pro Schüttraummeter (srm) eingefordert. Das sind 20% unter unserer Kalkulationsannahme.
  • Die Holzzulieferung ist gesichert!
  • Künftig könnten sich Chancen entwickeln, als Teilerwerbs-Energiewirt einen lukrativen Nebenerwerb zu generieren.

Breitband

  • Ohne Nahwärme kommt Breitband nicht in absehbare Zeit in die Schlotzauer Wohnhäuser.

Platzbedarf

  • Wo soll der Hausanschluss in das Gebäude eingebracht werden?
  • Steht an dieser Stelle Platz von B x H: 800×800 zur Verfügung?
  • Sofern nicht vorhanden, dürfte ein Wasserpufferspeicher neben der Übergabestation zu installieren sein.
  • Der Raum für Tanklager und Ölheizung wird nicht mehr benötigt.


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